Haftung bei einer Schweizer AG - Aktiengesellschaft

Die häufigste Rechtsform für Kapitalgesellschaften ist in der Schweiz die Aktiengesellschaft. Vor allem Unternehmen mit einem hohen Kapitalbedarf machen sich die Vorteile dieser Gesellschaft zunutze. Im Obligationenrecht Art. 620 bis 763 wird geregelt, was bei einer Aktiengesellschaft zu beachten ist und wie es sich mit der Haftung bei einer Schweizer AG verhält.

Eignung und volkswirtschaftliche Bedeutung einer Gesellschaft

Die Aktiengesellschaft gehört zu den Kapitalgesellschaften. Damit liegt ihr Fokus vor allem auf dem Kapital. Sie ist die geeignete Unternehmensform für alle Unternehmen, die einen sehr hohen Kapitalbedarf haben und gewinnorientiert arbeiten. Derzeit gibt es in der Schweiz ungefähr 112.518 Aktiengesellschaften. Dass sie in der Beliebtheitsskala sehr weit oben rangiert, hat sie vor allem den Vorteilen bei der Haftung und den Kapitalvorschriften zu verdanken. Diese Vorschriften machen die Aktiengesellschaften inzwischen auch bei kleinen Unternehmen sehr beliebt.

Vorteile und Nachteile einer Aktiengesellschaft

Der grösste Vorteil bei der Aktiengesellschaft dürfte die Tatsache sein, dass privates und geschäftliches Vermögen voneinander getrennt sind. Die Aktionäre haften lediglich mit ihrem Aktienkapital. Die Gesellschaftsanteile, die bei einer Aktiengesellschaft als Aktien bezeichnet werden, sind einfach handelbar und können weitergereicht werden. Eine Aktiengesellschaft kann ausserdem vertraglich oder laut Statut in ihrem Handeln eingeschränkt werden. Bei den Banken und Kreditinstituten stehen die Aktiengesellschaften hoch im Kurs, deshalb haben sie eine sehr hohe Kreditwürdigkeit. Nicht jeder Aktieninhaber möchte namentlich genannt werden. Das wird durch sogenannte Nennaktien, bei denen es nur um den Wert geht, erleichtert.

Allerdings sollten bei der Gründung einer Aktiengesellschaft die Nachteile nicht vernachlässigt werden. So muss zum Beispiel die Geschäftsführung mit ihrem Privatvermögen haften, wenn ihr grob fahrlässiges oder sogar strafbares Handeln nachgewiesen werden kann. Zur Geschäftsführung gehören der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung.

Das Gründungskapital könnte für viele ebenfalls als Nachteil angesehen werden, denn es müssen mindestens 100.000 CHF vorhanden sein. Die Hälfte davon muss bei der Gründung in bar einbezahlt werden, der Rest kann als Sachleistung vorliegen. Kommt es während dieser Zeit zu einem Haftungsgrund, werden auch die Sicherungsleistungen oder eingebrachten Waren zur Haftung herangezogen.
Ein weiterer Nachteil sind die hohen formellen Anforderungen und Kosten für die Gründung der Aktiengesellschaft. Aktionäre sollten von vornherein wissen, dass nicht nur das Kapital der Aktiengesellschaft versteuert wird, sondern auch ihr Einkommen und Vermögen.

Die Rechtsnatur der Aktiengesellschaft

Um die Haftung bei einer Schweizer AG richtig zu verstehen, ist es wichtig, die Zusammenhänge in eine Aktiengesellschaft zu erkennen. Die Aktiengesellschaft ist eine Handelsgesellschaft mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit. Da es sich bei der Aktiengesellschaft um eine Kapitalgesellschaft handelt, haftete hier nicht jeder einzelne Aktionär, sondern die Aktiengesellschaft als juristische Person mit ihrem kompletten Vermögen. Das Aktienkapital ist dafür gedacht, immer so liquide zu sein, dass die Erfüllung der Verbindlichkeiten der Gesellschaft kein Problem darstellt.

Besondere Richtlinien gibt es für die Mitglieder des Verwaltungsrates und die Geschäftsführung oder Personen, die für die Revision verantwortlich sind. Sie können für auftretende Schäden persönlich verantwortlich gemacht werden, wenn ihnen nachgewiesen wird, dass sie ihre Aufgaben und Pflichten grob vernachlässigt oder bewusst verletzt haben. In der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit werden im Rahmen der Gründerhaftung nach § 753 OR mehrere Haftungstypen unterschieden.

Die Haftung der Aktiengesellschaften

Die Gründer einer Aktiengesellschaft haften mit ihrem Vermögen, allerdings nur in Höhe ihrer geleisteten Einlage. Im Gegensatz zu anderen Ländern muss seit einer Gesetzesänderung im Jahre 2008 in der Schweiz die Einlage als Bargeld oder Sacheinlage zu 100 % validiert worden sein. Damit wird sichergestellt, dass die kompletten 100.000 CHF der Aktiengesellschaft bei der Gründung auch zur Verfügung stehen. Im Fall einer Insolvenz müssen die Gesellschafter auch mit ihrem Privatvermögen haften. Für die Aktionäre gilt das nicht. Sie haften lediglich mit ihrem Anteil am Kapital. Die Innenhaftung betrifft vor allem den Vorstand einer Aktiengesellschaft, der für Schulden der Gesellschaft aufkommen muss.

Klagen für die Haftung einer Aktiengesellschaft

Es gibt viele Möglichkeiten, die dazu führen können, dass es zu einer Innenhaftung kommt. Das kann unter anderem der Fall bei

- einem entgangenen Gewinn durch Fehlverhalten oder
- der Missachtung der gesetzlichen oder im Statut festgehaltenen Pflichten
sein.

Ist der Schaden entstanden, ohne dass die Aktiengesellschaft Insolvenz anmelden musste, erhält die Aktiengesellschaft die Schadensersatzsumme durch die Verursacher. Diese geben ihre Verantwortlichkeit natürlich nicht gern zu und meistens muss eine Verantwortlichkeitsklage eingeleitet werden. In eine Aktiengesellschaft darf gegen jedes Organ geklagt oder Regress eingefordert werden.

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